Figurprobleme? ... Quatsch, oder?

Nein, die Figur in meinem Buch hat nichts mit unserer Heidi zu tun, auch wenn sie groß, schlank, schön und blond ist. Es ist Zufall, dass ich das Buch genau zu dem Zeitpunkt herausgebracht habe, an dem Heidi auf Sendung ging und ... wen wundert's ... Erfolg mit dem Sendeformat hat.

 

Das Versprechen: Mädchenträume wahr gemacht.

 

Aber vor den Mädchenträumen kommt die Selbstzensur? Oder nach den Mädchenträumen die Selbstvorwürfe? Unsere Gesellschaft ist im steten Wandel, so auch die "Auflagen", denen wir uns unterwerfen müssen. Ob Burka oder Bikini, es ist gleichgültig, was wir tragen, es wird uns immer von außen angetragen. Was davon ist eigentlich unser eigener Wunsch? Entspricht unserer Einstellung? Können wir uns überhaupt noch eine eigene Meinung bilden, wenn wir von allen Seiten immer wieder mit Ansichten Fremder zugeschüttet werden?



Der Spiegel

 

Zum Inhalt:
Jana ist einsam und unglücklich verliebt.
Sie schwänzt die Schule und hat zu nichts Lust. Sie
fühlt sich hässlich und findet sich zu dick. Als auch
noch die exzentrische Chloe neu in die Klasse kommt und den Jungs reihenweise die Köpfe verdreht, will Jana genauso werden wie sie. Mit ungeheurer Willenskraft zwingt sie sich zu einer Diät.

 

Mit Erfolg, sie nimmt ab. Plötzlich erscheint alles so
einfach. Die Jungs interessieren sich für sie, und sie

wird in Chloes Clique aufgenommen. Doch dann
lernt sie durch die stumme Hildegard Klimken das
undurchschaubare Fotomodell Sandrine kennen und gerät in einen Strudel von Eitelkeit und Selbstzweifel, Ehrgeiz und Intrigen. Ihr Leben bekommt Risse und niemand kann ihren Sturz aufhalten.


Der Spiegel ist die Geschichte über die Suche nach
Liebe und Anerkennung und dem eigenen Platz im
Leben.

 



Leseprobe:

 

 

Ich bin fett!

 

Der erste Gedanke am Morgen.

 

Fett! Fett! Fett!

 

Ein langer, kritischer Blick in den Spiegel.

 

Seufzen!

 

Das kann unmöglich so bleiben!

 

Jana stellte sich auf die Waage und betrachtete hypnotisiert die kleinen schwarzen Zahlen, die sich unaufhaltsam hoch und höher schraubten, bis sie die Schmerzgrenze überschritten und sich bei fast siebzig Kilogramm einpendelten.

 

Scheiße!

 

Ihr Blick wanderte zurück zum Spiegel.

 

Scheiße-scheiße!

 

Nichts von dem, was sie sah, gefiel ihr. Welcher Junge wollte schon mit einem Moppel, Größe XXL, zusammen sein?

 

Jana Rickmann, fünfzehn, fett und frustriert – na Klasse! Ich sollte mich einmotten lassen!

 

Sie stieg von der Waage und zog sich die Unterwäsche an. Bauchfrei war nicht. Lieber langes T-Shirt, das die Speckröllchen versteckte.

 

Hach, Speckröllchen! Ganze Speckpyramiden türmen sich da an meinem Bauch.

 

Sie zwängte sich in die Jeans und fuhr sich durch den schwarzen Borstenschnitt. Ihrem Spiegelbild warf sie vorm Hinausgehen noch eine Grimasse zu. Sie war sehr hübsch. Aber das sah sie nicht.

 

 

 

Wenn man Tag für Tag darüber grübelte, was für ein Riesentrampel man war, benahm man sich auch wie ein solches. Also war es nicht weiter verwunderlich, dass alle einen für ungeschickt hielten. So dachte Jana jedenfalls und schämte sich.

 

„Jana! Was stehst du da rum? Spring endlich über den Bock!“

 

Frau Färber war die Dompteuse von sechzehn Mädchen, denen sie heute das elegante Springen über ein Turngerät beibringen sollte. Deutlicher gesagt, sie war Sportlehrerin und es gab Zeiten, da hasste sie ihren Beruf.

 

„Er ist zu hoch!“, jammerte Jana und Frau Färber blitzte sie aus zusammengekniffenen Augen an, als ob sie das Mädchen gleich im nächsten Ballschrank einsperren wollte.

 

„Du bist über eins siebzig, was soll denn dann erst Anja sagen? Die ist zehn Zentimeter kleiner als du und springt wie eine Elfe.“

 

„Von mir aus. Ich bin eben keine Elfe“, verteidigte sich Jana und fühlte sich gleich um zwanzig Kilo schwerer. Die Mädchen hinter ihr kicherten.