Auf dem Rücken der Pferde

Nicht tödlich, sondern absolut lebensbereichernd

Claudia Nachtwey mit ihrem Pferd Lucy - Foto: © Heike Seideneck
Claudia Nachtwey mit ihrem Pferd Lucy - Foto: © Heike Seideneck

Pferde begleiten mich seit meiner Kindheit. Ich kann das Zusammensein mit Pferden nicht mal als Hobby bezeichnen, es ist eher ein grundsätzliches Bedürfnis – eine Art Sucht. Ich kann nicht ohne Pferde. Daher tauchen sie auch immer wieder in meinen Arbeiten auf.


„Pferde sind die wichtigsten Gefährten des Homo sapiens“, schreibt Ulrich Raulff in „Das letzte Jahrhundert der Pferde“ (2015). Ganz großartig schildert er, wie die starken, sanften, treuen und eigentlich doch so scheuen Tiere ihren Menschen jahrtausendelang durch alle historischen Epochen begleitet bzw. sie überhaupt erst dorthin gebracht haben. Der amerikanische Schriftsteller John Trotwood Moore (1858 – 1929) schrieb: „Wo auch immer ein Mensch auf dem langen Aufstieg von der Barbarei in die Zivilisation seinen Fußabdruck hinterlassen hat, finden wir den Hufabdruck eines Pferdes daneben.“ Die Verbindung von Mensch und Pferd ist über hunderte Generationen tief in uns verankert. Und Winston Churchill (1874 – 1965) sagte: „Irgendetwas am Äußeren des Pferdes ist gut für das Innere des Menschen.“

 

Recht haben sie alle. Aber kaum jemand hat die Liebe zum Pferd und auch zum Reiten schöner formuliert als Rudolf G. Binding (1867 - 1938): „Das Pferd ist ein Tänzer an deiner Hand: ein Tänzer in die Unendlichkeit. Aus dem Schwung, den du ihm mitteilst, folgt die Leichtigkeit, folgt das Schweben. Das Land bleibt hinter dir zurück. Die Welt fließt an dir vorüber. Dein Tänzer trägt dich davon.“ Meine „Pferdemacke“ ist zwar unheilbar, aber nicht tödlich, sondern absolut  lebensbereichernd.

 

Aus "Das Eichsfeld liest" Heft 2, erscheint zum 1.10.2017