That's life!

von Astrid Seehaus

Ein guter Plan

...  Ich selbst würde mich auf der Klugheitsscala von 1 bis 10 in der Mitte einordnen. Da kann man nicht viel verkehrt machen. Würde ich mich zu hoch einstufen (mehr als 5 auf der Scala), grenzte das an Selbstüberschätzung. Und die Zahlen darunter ... naja, halte ich jetzt für irrelevant. Mit der Regel der goldenen Mitte kommt man ganz gut durchs Leben. Meistens jedenfalls.

Was tue ich gerade?

Mein Plan

Ich schreibe gerade. Eine Liebesgeschichte. Ich sollte differenzieren: eine traurige Liebesgeschichte. Sie wurde verlassen. Sie hat Liebeskummer. Sie weint. Vielleicht denkt sie sogar daran, sich sinnlos zu betrinken.

 

Was passiert?

Ich sitze am Computer und habe eine geniale Idee. Es klingelt an der Haustür. Ich merke mir die Idee. Wahnsinn! Das wird ein Bestseller! Vor der Tür der Schornsteinfeger. Okay, denke ich, die 5 Minuten schaffe ich es noch, mir diese geniale Idee zu merken. Den Schornsteinfeger hineinbitten, die Treppe hoch, die Bodenklappe öffnen, nicht zu sehr auf seinen knackigen Hintern schauen, versuchen, die Idee im Kopf zu behalten, lächeln, wenn er die schmalen Stufen der Bodentreppe wieder heruntersteigt, vermeiden, in diese blauen Augen zu schauen, nicht an Sex denken, den Knackarsch vergessen, die Bodentreppe wieder in Position schieben, die Haustreppe hinuntergehen, dem Schornsteinfeger zum Abschied  die Hand schütteln, Augenkontakt vermeiden, ihm nicht hinterherschauen und dabei ein bestimmtes Körperteil fixieren. - GESCHAFFT!

 

Folgen

Meine ursprüngliche Idee ist mir irgendwie abhanden gekommen. Könnte ich nicht aus dem schwerhörigen Mann, der neben meiner unglücklichen Protagonistin wohnt, einen gut gebauten Studenten machen?